Chinas Internetgigant Alibaba – Kooperationen sind die neue Akquise

Während die Alibaba Werte an den Aktienbörsen 2016 leicht sanken, sind die Alibaba-Aktien (BABA) seit Beginn des Jahres aus verschiedenen Gründen wieder gestiegen. BABA schwimmt dank der starken Ergebnisse des Unternehmens im dritten Quartal und der Neuigkeiten zum Olympia-Sponsoring, welches Ende Januar kommuniziert wurde, auf einer neuen Erfolgswelle.

Etwa zur gleichen Zeit sprach der Vorstandsvorsitzende Jack Ma von einer neuen politischen Stoßrichtung für das Unternehmen. Nach einem Jahr voller großer Akquisitionen, möchte Alibaba im Jahr 2017 nun konkreter mit anderen Kapitalgesellschaften zusammenarbeiten.

„Ich bin nicht an Akquisitionen interessiert. Ich bin mehr an Partnerschaften interessiert”, sagte Ma auf einer Pressekonferenz zum olympischen Sponsorendeal von Alibaba (800 Mio. $), als er nach den Plänen seines Unternehmens für dieses Jahr gefragt wurde. „Wir möchten nach Partnern suchen und ihnen ermöglichen entsprechend leistungsfähig zu sein.”

Vielleicht hat diese Verschiebung in der Unternehmenspolitik – zugunsten von Kooperation, weg von der alleinigen typischen Akquise-Strategie und Herrschaft – mit Alibabas Einstieg auf die internationale Bühne zu tun. Dort muss mit anderen olympischen Top-Partnern wie Coca-Cola, Samsung Electronics, GE und McDonalds Schritt gehalten werden.

Thomas LOMBARD, designed by HASSELL (architects) [1] - Alibaba group Headquarters
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Thomas LOMBARD, designed by HASSELL (architects) [1] – Alibaba group Headquarters

In China schloss sich Alibaba vor kurzem mit dem Qingdao-Zweig der Haier-Gruppe zusammen, dem größten Hausgeräte-Anbieter Chinas. Die beiden werden Berichten zufolge zusammenarbeiten, um neue Produkte auf den Markt zu bringen. Außerdem soll die Nachfrage nach Geräten und intelligenten Hausinstallationen am Markt befriedigt werden, die möglicherweise im Inland einen größeren Anstoß für die Konstruktion intelligenter Städte geben könnten.

Auf Vertriebsebene kündigte Alibaba vor kurzem eine strategische Partnerschaft mit der Bailian Group an, einem der größten Einzelhandelskonzerne der Nation mit über 4.700 Filialen in ganz China an. Die Unternehmen werden Berichten zufolge Alibabas Stärken im eCommerce nutzen und sie mit der umfangreichen physischen Präsenz der Einzelhändler von Bailian kombinieren, um so einen Cross-Channel-Filialbetrieb und Bestellsysteme für den Vertrieb zu entwickeln.

„Der neue Einzelhandel geht mit der Nutzung von Internet und Big Data neue Wege, was die Beziehung zwischen Verbrauchern, Handel und Einzelhandelsflächen angeht”, sagt der Geschäftsführer der Alibaba Group, Daniel Zhang. „Die traditionelle Fertigungs- und Lieferkette, die Verbindung zwischen Händler und Verbrauchern sowie die gesamte Verbrauchererfahrung werden neu erfunden. Unsere Partnerschaft mit Bailian ist ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung des chinesischen Einzelhandels, bei der die Unterscheidung zwischen physischem und virtuellem Handel bald völlig bedeutungslos sein wird.”

Alibaba trat vor kurzem mit einer finanziellen Investition von Ant in Höhe von 200 Millionen $ in den südkoreanischen mobilen Zahlungsdienst Kakao Pay nun auch in den südkoreanischen Markt ein. Nach den gemeldeten Bedingungen der Investition werden die beiden Unternehmen eine Partnerschaft eingehen, bei der Kakao Pay in Alipay integriert wird, sodass Abonnenten zwischen beiden Systemen wechseln können.

Das Unternehmen erhöhte vor kurzem seine Beteiligung an Paytm E-Commerce Pvt., dem eCommerce-Zweig des indischen Zahlungsdienstleisters. Im vergangenen Jahr kündigte Paytm an, sein eCommerce-Geschäft von seinem Zahlungsgeschäft zu trennen, um die indischen eCommerce-Führer Flipkart, Amazon und Snapdeal zu übernehmen. Mit seiner jüngsten Investition in Paytm hält Alibaba nunmehr die Mehrheit im Paytm E-Commerce und es scheint, dass Alibaba sich damit in Indien ähnlich positioniert, wie auf dem südostasiatischen Markt.

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Das von Alibaba kontrollierte Unternehmen Lazada steht in den Startlöchern für einen stärkeren Wettbewerb in Südostasien, bei der eCommerce bis 2020 im Bereich des Online-B2C auf ein zweistelliges Wachstum geschätzt wird. Berichten zufolge erwägt Amazon angeblich eine Markteinführung in Südwest-Asien, beginnend mit Singapur noch irgendwann in diesem Jahr.

Author: Schahab Hosseiny

Schahab Hosseiny ist Geschäftsführer und Speaker of the Management Board der MSO Digital GmbH & Co. KG aus Osnabrück, Düsseldorf und Lingen. Gemäß 100 Experten gehört Schahab Hosseiny zu den renommiertesten Online-Marketing-Experten Deutschlands und ist ein geschätzter Berater bei allen Fragen rund um das Thema digitale Medien und Online Vermarktung. Seit 2015 ist Schahab außerdem offizieller Trainer der Google Partner Academy und unterrichtet als einziger Trainer in Deutschland zum Thema YouTube. Daneben publizierte er schon für den Springer / Gabler Verlag, den BVDW sowie Google.

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